Telemedizin im Test

von: Jeannine Hegelbach vom: 28.09.2020 Kategorie: Unkategorisiert

Wie Sie in unserem Medienspiegel sicher schon gelesen haben, wird das Thema Telemedizin immer populärer, und durch die Corona-Krise hat das Thema noch mehr Aufmerksamkeit gewonnen. Unsere Social-Media Managerin hat einen Online-Dermatologen getestet und berichtet hier über ihre Erfahrung.

«Als ich eines Morgens während dem Lockdown in den Spiegel schaute, war mein ganzes Gesicht von einem unschönen Ausschlag übersät. Glücklicherweise musste ich wegen der Isolation nicht unter die Leute. Aber ein schneller Termin beim Hautarzt war definitiv nötig. Die Praxis-Assistentin meinte, dass der frühste Termin in zwei Monaten frei wäre. Zwei Monate? Auch mein Insistieren und Betteln nützte nichts. Als Alternative schlug die Assistentin mir vor, das neue Angebot einer Online-Konsultation zu nutzen. Falls dann eine Untersuchung vor Ort nötig wäre, würde ich schnell einen Termin erhalten. Zähneknirschend entschied ich mich dafür, da ich trotz Lockdown nicht gewillt war, zwei Monate mit meinem Ausschlag auszuharren.

 

Die Online-Konsultation

So loggte ich mich auf der Plattform derma2go ein. Dort wurde ich gebeten, als erstes mindestens drei Bilder von meinem Hautausschlag hochzuladen. Als nächstes wurden mir sechs Fragen zu meiner aktuellen Situation gestellt, und ich sollte das Hautproblem und den Krankheitsverlauf so detailliert wie möglich beschreiben. In einem weiteren Schritt konnte ich auswählen, ob ich meine Identität über meine Handy- Nummer oder per E-Mail bestätigen wollte. Ich war positiv darüber überrascht, dass die Plattform den Schutz der Patientendaten wirklich ernst nimmt. So musste ich auch bei jedem erneuten Einloggen einen neuen Code anfordern. Nach der Erfassung meines Problems sollte ich innerhalb von 24 Stunden eine Antwort von einem Arzt erhalten.

 

Die Diagnose

Die Kosten für den Online-Untersuch betrugen pauschal 75 CHF, die ich schon einmal vorab bezahlen musste, und danach hoffentlich von der Krankenkasse rückerstattet bekommen würde. Ich schickte mein Anliegen um 17 Uhr los. Bereits zwei Stunden später, kurz nach 19 Uhr, erhielt ich per E-Mail die Benachrichtigung, dass mein Fall bearbeitet worden ist. Im Portal konnte ich einen detaillierten Arztbericht herunterladen und erhielt eine Liste mit Medikamentenempfehlungen. Der Arzt schrieb, dass ich mich für eine Konsultation vor Ort bei ihm melden solle, falls der Ausschlag mit der vorgeschlagenen Behandlung innerhalb einer Woche nicht massiv besser sei. Etwas irritiert war ich wegen der Medikamentenempfehlung, da ein Teil der empfohlenen Medikamente rezeptpflichtig war und ich nirgendwo ein Rezept angehängt fand. Daraufhin rief ich in die Praxis an, um nachzufragen, wie das genau funktionierte. Die Assistentin erklärte, dass ich die Medikamente entweder direkt in der Praxis abholen oder sie mir ein Rezept in eine nahgelegene Apotheke faxen könne. Ich entschied mich für die zweite Variante.

 

Mein Fazit

Meine erste Erfahrung mit dem Online Dermatologen hat mich positiv überrascht. So schnell hätte ich nicht mit einer Diagnose gerechnet, vor allem, weil ich meine Anfrage am Ende des Arbeitstages abgeschickt hatte. Die Verwirrung mit den Medikamentenempfehlungen und dem Rezept hätte leicht vermieden werden können, ein Texthinweis hätte gereicht. Da sehe ich noch Potential zur Optimierung. Für die Rückforderung bei der Krankenkasse erstellt das Programm automatisch eine Rechnung, die man sofort herunterladen kann, was ich äusserst praktisch fand. Etwa eine Woche nach der Online-Interaktion wurde ich per E-Mail nach meiner Zufriedenheit mit dem Online-Dermatologen gefragt. Besonders für Berufstätige, Menschen mit wenig Zeit oder eingeschränkter Mobilität stellt dieser Service eine tolle Alternative. Ich würde den Online Dermatologen definitiv wieder nutzen.»

 

Nun liegt es an Ihnen, liebe Leser. Würden Sie sich auch auf so ein Online-Experiment einlassen, oder doch lieber zwei Monate auf Ihren Termin beim Dermatologen warten?