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22

Mai 2019
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AG - KSA: Nur knapp an einer Beschwerde vorbei

AZ Aargauer Zeitung, 22.05.19

Kantonsspital Aarau - Das Bauunternehmen Implenia kritisiert das Ausschreibungsverfahren für den Neubau

TITELSEITE

KSA-Neubau

Baufirma kritisiert Ausschreibung

Die Baufirma Implenia wollte zusammen mit Schneider  &  Schneider das neue Kantonsspital Aarau (KSA) bauen. Der KSA-Verwaltungsrat hat sich aber für ein anderes Projekt entschieden. Implenia ist «überzeugt, dass Fehler im Ausschreibungsverfahren gemacht worden sind und das Verwaltungsgericht eine Beschwerde hätte gutheissen müssen», sagt ein Sprecher. Dennoch will sich die unterlegene Baufirma nicht gegen den Vergabeentscheid wehren, weil dies zu einer Verzögerung des Projekts führen würde und darunter vor allem Patientinnen und Patienten leiden würden. Das KSA kontert, der Beschwerdeentwurf von Implenia enthalte «keine fundierte Kritik». 

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AARGAU SEITE 23

Nur knapp an einer Beschwerde vorbei

Kantonsspital Aarau - Das Bauunternehmen Implenia kritisiert das Ausschreibungsverfahren für den Neubau

Noemi Lea Landolt

Wie das neue Kantonsspital Aarau (KSA) aussehen wird, ist seit Anfang April bekannt. Das Siegerprojekt hat die Architektengemeinschaft Burckhardt  +  Partner AG und Wörner Traxler Richter entworfen (die AZ berichtete). Zwei weitere Bewerber gingen leer aus: Das Bauunternehmen Implenia wollte den Spitalneubau mit Schneider & Schneider realisieren. Allreal hat mit David Chipperfield Architects ein Projekt eingereicht. Wie es bei öffentlichen Ausschreibungen üblich ist, können sich unterlegene Bewerber gegen den Entscheid wehren. Allreal hat bis jetzt keine Beschwerde eingereicht und auch nicht vor, dies noch zu tun, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilt.

Implenia: «Fehler im Verfahren»

Etwas anders klingt es bei Implenia. Das Verfahren, welches zur Auftrags erteilung geführt hat, sei eingehend analysiert worden, teilt das Bauunternehmen auf Anfrage mit. «Das Ergebnis der durchgeführten Prüfung hat Implenia davon überzeugt, dass Fehler im Ausschreibungsverfahren gemacht worden sind und das Verwaltungsgericht eine Beschwerde hätte gutheissen müssen», sagt Mediensprecher Reto Aregger. Auf Nachfrage will er die gemachten Fehler nicht weiter konkretisieren. Implenia habe sich entschieden, keine weiteren Schritte einzuleiten.

Der Entscheid erstaunt. Immerhin geht es um einen 600-Millionen-Franken-Auftrag – und das grösste Bauprojekt, das der Kanton Aargau je gestemmt hat. «Natürlich hätten wir uns über den Auftrag für den KSA-Neubau sehr gefreut», sagt der Implenia-Sprecher. Eine Beschwerde hätte unweigerlich zu einer Verzögerung des Projekts geführt. «Diese wäre aber vor allem ein Nachteil für die Patientinnen und Patienten», sagt Reto Aregger. Den KSA-Verantwortlichen habe Implenia den Entscheid und die Erwägungen kommuniziert.

KSA: «Keine fundierte Kritik»

Die Post ist bei den Verantwortlichen des Kantonsspitals Aarau angekommen. Sie beurteilen das eigene Ausschreibungsverfahren erwartungsgemäss anders: «Der Beschwerdeentwurf der drittplatzierten Anbieterin, Implenia Schweiz AG, enthält nach unserer Beurteilung keine fundierte Kritik, die zu einer Gutheissung einer allfälligen Beschwerde geführt hätte», sagt KSA-Sprecher Ralph Schröder.

Die Kantonsspital Aarau AG habe einen Gesamtleistungswettbewerb ausgeschrieben und sich dabei durch erfahrene Spezialisten begleiten lassen. Wie bei Architekturwettbewerben üblich, sei ein Preisgericht eingesetzt worden. Dieses sei zudem durch weitere Fachexperten ohne Stimmrecht beraten worden. «Diese Organisation bot Gewähr für einen fachlich breit abgestützten Entscheid», sagt Ralph Schröder. «Es gibt keinen Grund, dieses Vorgehen anzuzweifeln.»

Nach vier Kriterien beurteilt

Die drei Projekte seien nach den in der Ausschreibung vorgegebenen vier Kriterien bewertet worden, erklärt der KSA-Sprecher. Der Preis und die Qualität der Lösung wurden mit je 45 Prozent und das Realisierungskonzept, die Projektorganisation und das Qualitätsmanagement mit je fünf Prozent gewichtet. Der Entscheid des Preisgerichts, den der KSA-Verwaltungsrat stützte, sei unter den vergaberechtlichen Vorgaben zustande gekommen. «Er zeigt auf, welches das wirtschaftlich günstigste Angebot für den Neubau des Zentrumsspitals ist», sagt Ralph Schröder. Das KSA habe jenes Projekt ausgewählt, «welches nach den Vergabekriterien das beste war».

Die Verantwortlichen werten es «als gutes Zeichen für den durchgeführten Prozess und das Resultat, dass die unterlegenen Anbieter keine Submissionsbeschwerde eingereicht haben». Für alle drei Teams sei es um «sehr viel» gegangen, so Ralph Schröder. «Nicht nur bezüglich Auftragsvolumen, sondern auch bezüglich Prestige.»

Läuft alles nach Plan, wird das Spital 2024 eröffnet: Blick auf den Haupteingang vom Parkhaus aus. Visualisierung/zvg

 Gleichentags erschienen in: Zofinger Tagblatt, Oltner Tagblatt, Badener Tagblatt


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